Projektreise: Namibia, Ewe-Retu Kindergarten, Hospital, neue Projekte

Projektreise: Namibia, Ewe-Retu Kindergarten, Hospital, neue Projekte

28. Oktober 2021 Allgemein 0

Hans, Sandra und ich starteten als Vereinsmitglieder von Zukunft Afrika e.V. Mitte Oktober nach Namibia.

Unsere Reiseroute begann in Windhoek. Hier einmal ein Überblick.

Wir hatten einige Kontakte in den letzten Monaten geknüpft und wollten neue mögliche Projekte in Augenschein nehmen und außerdem bei unseren bisherigen Projekten, dem Ewe-Retu Kindergarten in Ovinjuru und dem Hospital in Kalkfeld vorbeischauen.

1. Station Township Maltahöhe

Im Sommer lernte ich Aileen kennen, eine gebürtige Wittenbergerin, die Guido einen Farmer in Namibia heiratete. Sie bauten vor vielen Jahren die Namseb Lodge auf und führten liebevoll ihren Gästebetrieb – bis Corona alles lahmlegte. Trotz eigener Notlage engagieren sich beide für die Menschen im Township in Maltahöhe und bauten eine Suppenküche auf. Die Kinder der ärmsten Familien werden bekocht und bekommen eine warme Mahlzeit am Tag.

Wir bekamen einen Eindruck, welche Bedingungen vor Ort herrschen, wie alles organisiert wird und besprachen gemeinsam, was erweitert/verbessert werden kann. Es wird ein kleines Gebäude benötigt, in dem die Vorräte gelagert und die Kinder geschützt, Sommer wie Winter, ihre Mahlzeit einnehmen können. Mit diesem Vorhaben werden wir in die Umsetzung gehen. Die selbstlose Hilfe hat uns überzeugt.

2. Station – Township Katutura Windhoek

Auf engsten Raum und unter beeinträchtigten Bedingungen bekommen ca. 200 Kinder Unterricht. Auch hier wird ein Gebäude benötigt, um den Kindern bessere Bedingungen zum Lernen und Spielen zu gewährleisten. Letztlich haben wir uns jedoch gegen eine Zusammenarbeit entschieden, weil dort schon Strukturen vorhanden sind, Volontäre bereits so viel Gutes tun und aus Deutschland von anderen Seiten Unterstützung kommt.

3. Station – Geplante Tages-Einrichtung für schwerstbehinderte Township Kinder

Nicole, eine engagierte taffe Frau aus Deutschland, hat schon Großes bewegt. Sie lebte in Indien und in Tansania, bekämpfte Armut, baute Kindertagesstätten auf. Nun hat sie in Namibia ihr zu Hause gefunden und möchte stark körperlich und geistig behinderten Kindern aus den Slum in Katutura fördern. Sie legte uns ihre Pläne vor und wir bekamen einen Eindruck ihres Vorhabens. Es ist eine gute Sache. Wir werden den Bau eines ihrer kleinen Therapie-Gebäude finanziell fördern.

4. Station – Otjiwarongo

Unterwegs im nördlichen Bereich von Namibia besuchten wir eine Schule für behinderte Kinder, die Förderunterricht bekommen und die durch den Verein Namib Kids e.V. unterstützt wird. Die 15 Kinder werden an einem guten, behüteten Ort betreut, unterrichtet und gefördert. Wir hoffen, dass der Verein Namib Kids e.V. das gepachtete Höfchen mit den Gebäuden weiterhin nutzen kann. Vielleicht werden wir beim Instandsetzen von bestimmten Dingen helfen.  Eine Mithilfe an einem Bau eines neuen Gebäudes haben wir ausgeschlossen, weil die bisherigen Bedingungen aus unserer Sicht vergleichsweise zu anderen Orten gut sind.

5. Station Kalkfeld – Besuch Hospital

Während der Corona Zeit haben wir das Hospital in Kalkfeld mit Equipment unterstützt. Nun konnten wir endlich das Team kennenlernen und diesen abgelegenen Ort besuchen. Ms. Nampala zeigte uns die Gegebenheiten, erklärte uns das Gesundheitssystem und die Versorgung. Einfache Krankenstationen sind in Namibia staatlich und werden nur mit dem Notwendigsten ausgestattet. Obwohl es ein Dach über dem Kopf, Basic Behandlungsmaterial und Arzenei gibt, fehlt es an Vielem. Medizinische Geräte werden benötigt. Die Arbeitsgrundlagen sind dürftig.

Momentan ist die Stromversorgung nicht lückenlos gewährleistet. Abends gibt es u.a. kein Licht, um Patienten zu versorgen und Notfälle zu behandeln. Ms. Nampala schilderte uns, wie es in solchen Situationen zugeht. Das wollen und müssen wir ändern! Sie wird sich Angebote einholen, damit wir die Strom-Versorgung wieder herstellen können.

6. Station Township Kalkfeld – wir lernen ausgestoßene behinderte Kinder kennen

Die Leiterin der Krankenstation, Ms. Nampala, engagiert sich auch im Townhip in Kalkfeld. Jeder kennt sie. Sie ist ein Engel, hilft, wo sie kann. Mit ihr sind wir in die Blechhütten-Siedlung gefahren. Vor Ort konnten wir uns nun ein Bild machen, worüber wir bisher nur telefonisch gesprochen hatten. Die Lebensumstände sind erbärmlich. Einfach nur traurig und schlimm. Wir haben behinderte Kinder besucht, die von ihren Familien ausgestoßen wurden. Das ist in Namibia keine Seltenheit. Während Corona und der dortigen Winterzeit organisierten wir Decken und Kleidung für die Kinder.

Eine Herero-Frau hat sich 15 behinderten Kindern angenommen. Sie leben in einer Blechhütte auf Sandboden… mit nichts. In all den Jahren Namibia und auch bei dieser Reise haben wir einige Slums erlebt. Das war jedoch die emotionalste Erfahrung. Der Besuch berührte uns so sehr, dass wir für die behinderten Kinder eine kleine Hütte errichten wollen. Nichts großes. Nichts aufwendiges. Aber menschenwürdig.

7. Station – Ovinjuru Ewe-Retu Kindergarten

Mit einem Überraschungsbesuch schauten wir auch in Ovinjuru vorbei, um persönlich einen Eindruck zu bekommen, wie sich unser „Baby“ (1. Projekt) entwickelt hat. Das Ewe-Retu Kindergarten Gebäude ist bis auf Restarbeiten fertig.

Der Umzug der Kinder kann dennoch derzeit nicht stattfinden, weil staatliche Auflagen nicht erfüllt sind. Es fehlen noch Kläranlage und Wasser. Das Wasserthema begleitet uns schon viele Jahre. Wasser ist die Lebensgrundlage für Mensch und Tier. Auch die Pflanzen im Garten haben darunter gelitten.

Um die Auflage „Wasser“ zum Start des Kindergartens zu erfüllen und den Menschen Zugang zu einer Wasserquelle zu verschaffen, würden wir das eingebrochene Bohrloch reparieren lassen und dazu tiefer in die Kommunikation einsteigen wollen.

Hans hat sich außerdem spontan angeboten, noch 1 Woche in Ovinjuru zu arbeiten, bei Restarbeiten der zwei Klassenzimmer mitzuwirken.

Auch wenn die Zeit knapp war, war es eine große Freude, all die lieben Menschen wiederzusehen.

Fazit unserer Reise:

In den 12 Tagen waren wir viel unterwegs, haben vieles gesehen, gelernt und erlebt. Manches machte uns sprachlos. Anderes ließ uns diskutieren.

Die folgenden 5 Punkte fassen zusammen, wofür sich Zukunft Afrika e.V. demnächst einsetzen wird und welche Vorhaben aus den besuchten Stationen umgesetzt werden. Sorgfältig wurde nach Kriterien abgewogen, wo Hilfe dringend benötigt wird, wo die Grundsätze von Zukunft Afrika e.V. bewahrt bleiben und wo die Bedingungen der Zusammenarbeit passen:

Unsere nächsten Vorhaben aus besuchten Stationen:

Werden Sie auch ein Teil dessen!

Jede Hilfe wird dankbar empfangen und ist herzlich willkommen!

Vielen Dank all unseren Freunden in Namibia und unseren beherzten Unterstützern hier. Mit Eurer Hilfe ist setzen wir alles daran, Kindern in Afrika bessere Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven zu geben.

Herzlichst Sylvia Guttenberger