Arbeitseinsatz für Ewe-Retu Kindergarten in Namibia im Februar 2020

Herz zeigen – Kindern helfen

Arbeitseinsatz für Ewe-Retu Kindergarten in Namibia im Februar 2020

7. Mai 2020 Allgemein 0

2,5 Wochen in der Kalahari Namibias. Hans berichtet, was er erlebt hat bei seinem Einsatz für den Ewe-Retu Kindergarten in Ovinjuru. Er ist ein engagierter, ehrenamtlicher Unterstützer und neuerdings auch Mitglied unseres Vereins „Zukunft Afrika e.V“.

Nach einer aufregenden Vorbereitungszeit machte sich Hans Ende Februar auf die Reise. Lesen Sie hier von seinen Eindrücken, Erlebnissen und natürlich auch vom Fortschritt des Gebäudebaus:

Am Donnerstag, 20.02.2020, geht es am Mittag los in Richtung Frankfurt, um dann am Abend in den Flieger der Ethiopian Airline nach Adis Abeba einzusteigen mit kurzem Zwischenstopp in Äthiopien weiter nach Windhuk. Insgesamt bin ich inzwischen 24 Stunden unterwegs und komme Freitag gegen Mittag an. Es ist spannend, alleine auf eine solch große und lange Reise zu gehen. In Windhuk hole ich das vorausgebuchte Auto von der Mietstation und fahre zur ersten Unterkunft. Linksverkehr, aber das kannte ich schon 😉.

Bei einem Abendessen mit Floyd (Ansprechpartner/Koordinator des Ewe-Retu Projekts vor Ort) planen wir die nächsten Schritte, die letzte Besorgungen und die Weiterfahrt in die Kalahari. Namibia habe ich bisher immer heiß und trocken erlebt. Doch dieses Mal ist alles anders. Es regnet wie verrückt und so sollte es auch bleiben. Fast die ganze Zeit. Welch ein Segen für Namibia. Im letzten Jahr wurde der Notstand ausgerufen wegen der Trockenheit. Der ergiebige Regen ist bitternötig.

 

Vor Start nach Ovinjuru „sammeln“ wir noch Ouboet, den Elektriker, ein. Er fährt mit, um die Elektroinstallation fertigzustellen. Dann besorgen wir die letzten notwendigen Materialien aus einem großen Baumarkt in Windhuk für die anstehenden Arbeiten.  Mittag sind wir mit zwei Fahrzeugen am Flughafen und holen eine weitere Unterstützerin aus den Niederlanden vom Flughafen hab. Los geht’s. 2,5 Stunden Autofahrt. Fast immer geradeaus, Tempolimit 100. In Gobabis, der letzte Ort für mögliche Einkäufe, pausieren wir, um uns noch mit Lebensmittel und Getränken für die nächsten Tage zu versorgen. Gegen Abend kommen wir auf der Tjiri Lodge an, beziehen unsere Hütten und lassen den Abend am Feuer ausklingen.

Am Sonntag beginnen wir mit den Arbeiten. Zuerst bekannte Menschen herzlich begrüßen, kurzen Smalltalk halten, das bereits angelieferte Material begutachten und planen, wie wir vorgehen und womit wir starten.

Da Robert noch nicht im Land ist (ein weiterer Unterstützer, er kommt nach), beschließe ich, dass wir mit dem größten Raum, dem Versammlungsraum und Speisesaal beginnen. Ziel: diesen dann auch wirklich komplett fertig zu bekommen in der geplanten Zeit. Wie schon öfter erlebt, ist alles etwas anders.

Nicht alle notwendigen Materialien sind verfügbar, bewährte Ausführungswege teilweise nicht möglich. Improvisation ist alles 😊.

Die Dachträger sind eigentlich viel zu weit auseinander und wir haben keine wirklich geeigneten Befestigungsutensilien, um das Holz der Unterkonstruktion mit den Metalldachträgern zu verbinden. Aber nach einigem Hin und Her finden wir eine praktikable und vertretbare Lösung. Nicht alle Bauleiter vor Ort sind gleich damit einverstanden, doch im Lauf der kommenden Tage können wir die Zweifel an unserem Tun ausräumen. Im Laufe des Sonntags kommen dann auch noch Karel und Ignaz, Unterstützer/Investoren aus der Schweiz, hinzu. Auch diese beiden Männer packen tatkräftig an.

Wir sind, nochmals nebenher gesagt, total überwältigt, wie glücklich die Menschen über den ausgiebigen, teilweise heftigen Regen sind. Das Wasser schießt nur so von den Dächern. Alles grünt und blüht in der gesamten Region. Waren die Kühe und Ziegen im letzten Jahr nur dürre Knochengestelle, so sind sie dieses Jahr dick und fett und alle haben Nachwuchs. Überall sind Kälber unterwegs und die Alten wie die Jungen sind überschwänglich und hüpfen durch die Landschaft. Das macht unsere Freunde in Ovinjuru extrem glücklich und zuversichtlich. Manche sagen, dass es die ausgiebigsten Regenfälle der letzten 5 -7 Jahre sind. Zum Glück sind unsere Arbeiten im Innenbereich und so können wir ohne Probleme arbeiten.

Am Aschermittwoch fahre ich nach Windhuk zurück und hole Robert am Flughafen ab. Somit sind wir ab Donnerstag in 2 Trupps unterwegs. Robert übernimmt mit Tjeja und Ignaz die Arbeiten an den Unterkonstruktionen und ich beginne mit Kakuna und Karel die Decken mit den Gipskartonplatten zu schließen. Da wir jetzt mehr Menschen sind, die über Kopf und an den Decken arbeiten müssen und da auch Ouboet seine Elektroleitungen in die fertigen Unterkonstruktionen einziehen muss, gehen uns die Leitern aus. Da kommt dann unser Zimmermann Robert durch und er baut kurzer Hand aus dem vorhandenen Holz zwei Arbeitsebenen, die zwar schwer sind, aber auf denen man problemlos arbeiten kann. So vergehen die Tage und das Wochenende naht. Da wir gut vorangekommen sind, fahren Robert, Karel und ich am Samstagnachmittag nach Gobabis, um auf der Goba-Lodge einen schönen Abend und eine heiße Dusche zu bekommen.  Wir müssen sowieso Lebensmittel usw. einkaufen. Das erledigen wir am Sonntagmittag vor der Rückfahrt.

Floyd bringt seine Unterstützerin aus den Niederlanden zum Flughafen. Hier bekommen wir zum ersten Mal die Corona-Auswirkungen zu spüren. Ihr geplanter Flug wurde um einen Tag verschoben. Ab diesem Zeitpunkt denken auch wir ab und an über Corona nach, aber eigentlich nicht so richtig ernsthaft…

In der nächsten Woche bekommen wir tatsächlich den großen Saal fertig mit Gipskartonplatten geschlossen und gespachtelt. Auch die WC´s, der dritte sanitäre Raum und die beiden Unterrichtsräume erhalten die fertige Unterkonstruktion. Was aber viel wichtiger ist, dass wir mit Kakuna und Tjeja zwei fähige Männer unterwiesen haben, die zukünftig die restlichen Räume fertigstellen können. Am Mittwoch arbeiten wir unter Vollgas und auch etwas länger, um alles Geplante fertig zu bekommen. Dann gehen die Dachlatten und die Spachtelmassen zu Ende, aber es ist OK und die Jungs können alleine weiterarbeiten.

Am Donnerstag besuchen wir den Kindergarten/Vorschule (bis zur Fertigstellung des Gebäudes findet der Unterricht in einer kleinen Baracke statt), bringen den Kindern Geschenke und verabschieden uns gegen Mittag von all den lieben Menschen hier.

Unsere letzte Nacht verbringen wir auf der Duesternbrook-Farm in der Nähe von Windhuk, um dann am Freitag zurück nach Deutschland zu fliegen.

Es waren wieder eindrucksvolle Tage und Nächte im Herzen von Namibia. Diesmal mit komplett anderen Eindrücken, mit viel Regen und alles unter dem vorauseilenden Schatten der großen und weltumspannenden Corona-Krise. Aber auch dieser Zauber geht vorbei und wir werden uns wiedersehen in Ovinjuru bei den Menschen, die einen Teil unserer Herzen in Beschlag genommen haben.

Gainde na wua. —  Auf Wiedersehen


Dies war ein Beitrag von Hans Schaile, Inhaber eines Stuckateur-Unternehmens in Böbingen, begeisterter Namibia-Fan und beherzter Unterstützer von Projekten in Afrika.
Erfahren Sie mehr zum Projekt Ewe Retu Kindergarten.

An dieser Stelle möchten wir dem Hans und dem Robert von ganzem Herzen danken. Sie sind beides Menschen, die die Welt braucht. Neben der finanziellen Unterstützung von Projekten in Afrika lieben sie die Herausforderung, vor Ort mit anzupacken, in andere Nationen einzutauchen und sich über erreichte Teiletappen zu erfreuen.  Sylvia Guttenberger, Vereinsvorsitzende Zukunft Afrika e.V. im Namen aller Unterstützer/Förderer/Fans und Freunden unseres Engagements in Afrika.


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